Die Currywurstbude am Savignyplatz in Berlin

Currywurstbude Hasenecke Berlin

Man fährt ja nicht nach Berlin um das Kanzleramt zu sehen, sondern um die Currywurstbude am Savignyplatz zu besuchen.

Denn einerseits ist das Kanzleramt alles andere als wohlproportioniert im Gegensatz zu der Currywurstbude am Savignyplatz. Andererseits sieht man diesen monströsen Bau fast täglich in den Abendnachrichten. Zum Beispiel mit Demonstranten. Jedoch auch ohne Demonstranten. Dann ist meist schlechtes Wetter oder Sommerferien. Limousinen ein und ausfahrend ist der Tempel der macht zu sehen. Am Tag, bei Regen und in der Nacht. Allesrdings sind die Proportionen des Amts und einiger Politiker sehr gewöhnungsbedürftig. Anderes übrigens auch. Jedoch freut man sich über solch eine zurückhaltende Wurstbude. So wird alles wieder gut.

Die Currywurstbude am Savignyplatz ist nach dem Grundsatz „form follows function“ gebaut und schmückt kleinen Park geradezu. Steht am Rande licht und leicht. Mit Hasenecke ist er hübsch benannt, obwohl ich vermute, dass an der Kantstraße deren Überlebensbedingungen nicht unbedingt günstig einzuschätzen sind.

Currywurstbude am Savignyplatz Berlin

Eine ältere Dame bediente. Echt Berlinerin – schätze ich mal – das sich Ihre Freundlichkeit in Grenzen hielt. Wenn man jedoch als Rentnerin Würste verkaufen muss, ist dies verständlich.

Trotzdem beantwortete Sie mir meine Frage nach der Currysoße bereitwillig als ich ihr sagte, dass ich als international anerkannter Imbiss- und Wurstforscher extra aus Süddeutschland hier her gekommen bin. Rezept vom Chef. Sie war auch in einem Topf angemacht. Ich glaube der Dame. Die Currysoße war gut. Mir persönlich jedoch ein wenig zu süß und nicht scharf genug. Aber die Currywurstwissenschaftler sind sich auch noch nicht einig, welche Currywurst-Currysoße in den Katalog der deutschen Leitkultur aufgenommen wird. Manche Dinge sind echt Geschmackssache. Ich würde an dieser Hasenecke jedenfalls nochmals eine Currywurst essen und über die Zubereitung einer Currysoße nachdenken.

Auch hätte ich gern eine echte Berliner Bockwurst probiert. Jedoch war der Kessel zum erhitzen defekt. Wenn ich gelegentlich wieder eine Ausstellung in Berlin bestreite, werde ich dies und auch anderes nachholen. Denn Berlin ist immer eine Currywurst wert.

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