Schmackhafte Anarchie in den Gohlis Arkaden

Wir kennen die Arkaden, Malls und gläsernen Einkaufstempel – wirklich anheimelnd sind sie nicht.

Aber die schmackhafte Anarchie in den Gohlis Arkaden zu Leipzig lässt hoffen. Nicht alles muss uniform sein. Das gehört zur Urbanität und ein kleiner Bruch in der glatten Fassade, das weiß jeder Künstler, tut der Sache gut. So war ich sehr angenehm überrascht, als ich die Abkürzung durch die Gohlis Arkaden nahm. Am Ende der Passage sah ich eine Bratwurstbude stehen.

Grilleck in den Gohlis Arkaden

Und nicht nur das. Eine außerordentlich freundliche junge Frau reichte mir die Currywurst mit hausgemachter Soße.

Da wird selbst der Berliner blass. Denn hier wird die Currywurst mit einer leckeren Thüringer Bratwurst zubereitet und nicht mit einem preußisch-geschmacklosen Wurstding. Ist doch die Verführung all zu groß, mit der Currysoße eine billige Wurst zu verkaufen. Böse Zungen behaupten, die Berliner hätte gerade deswegen die Currywurst erfunden.

Bratwurst Grilleck Gohlis Arkaden

Und wie Sie unschwer auf der Tafel sehen, als auch schmecken können, die hier verwendete Wurst ist vom FEINSTEN.

Seit 1642 ist die Familie Günkel in Wasungen/Thüringen ansässig und in 4ter Generation betreibt sie eine Fleischerei. Da hat man sich wirklich Mühe gemacht eine Spitzenwurst nach Leipzig zu holen. Bei meinem nächsten Besuch bin ich wieder da und probiere die hausgemachte Boulette, plaudere ein wenig mit der jungen Frau und gehe beglückt von dannen um später wiederzukehren. Ich wünsche dieser Wurstbude ein sehr langes Leben.

Weitere Forschungsarbeiten zur Wurstbudenkultur finden Sie hier.

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