Sprotten aus Riga ein Studentenfrühstück

Sprotten aus Riga zum Frühstück

Sprotten aus Riga ein Studentenfrühstück kann man kultig nennen, aber in Wirklichkeit war diese Speise pure Überlebensstrategie.

Denn wann gab es schon einmal Sprotten aus Riga in der Büchse? Weißkohl ja – Sprotten eher nein. Heute Mittag war es dann wieder so weit. Sprotten in Sonnenblumenöl und ein trockenes Stück Brot.

Die Chilischote war reiner Luxus. Sie wollen wissen wo und wann ich studiert habe? Leipzig von 1975 – 80. Hering gab es manchmal auch. Nicht immer, aber manchmal.

Und sonst? Broiler. Ein Broiler war eigentlich ein Brathähnchen aber doch ein Fisch, denn die Deutsche und sehr demokratische Republik hatte eine große Fischfangflotte um den Klassenfeind zu ernähren. Das Fischfilet wurde nach der BRD zu den Monopolkapitalisten geschickt und die Schwänze, Gräten, Köpfe und Flossen bekamen die Ostzonenhühner. Die aß man im Ganzen – die Hühner, als Geflügelroster oder Geflügelbouletten. In denen waren dann nicht nur die ungesättigten Omega 3 Fettsäuren gebunden, sondern auch die Gräten.

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Und das Geld, welches die Kapitalisten für das Fischfilet bezahlten? Dafür kaufte man Landminen, um den antifaschistischen Schutzwall zu befestigen. Sonst wären doch alle Hühner geflohen, weil die Fischmehl gar nicht gerne essen und eigentlich lieber Getreidekörner picken wollen. Was wir mit dem Getreide gemacht haben, wollen sie wissen? Damit haben wir Schweine gefüttert. Und wer bekam die Schweinehaxen und Lenden? Bei uns gab es lediglich Schweinebauch.

Broiler gab es nur, wenn das Stipendium ausgezahlt wurde. 90 DDR Mark im Monat.

Sonst gab es Kartoffeln und Kohl. In der Mitte des Monats einen kleiner Höhepunkt – Sprotten aus Riga, wenn es welche gab. Und am Ende des Monats dann Sardellenpaste auf trocken Brot.

Wenn Messe war, kamen Westmenschen und kauften Kunststudenten manchmal ein Bild ab. Daraufhin gab es keine Sprotten aus Riga ein Studentenfrühstück. (Spätesten hier denken sie ich könne nicht schreiben – Sprotten aus Riga ein Studentenfrühstück – Google will das so. Ich meine seine Suchmaschine. Sonst findet niemand meine Sprotten. Und das wäre doch auch schade.)

Dann war alles gut und viel. Bier, Schnaps und Wein. Trotzdem habe ich Sardellenpaste im Kühlschrank. Man weiß ja nie…

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